Nicht verrückt, nur überlastet: Angst verstehen und beenden

Traumabedingte Angst ist keine Reaktion auf eine aktuelle Gefahr, sondern ein Daueralarm Ihres Nervensystems, der durch alte, fehlgeleitete Signale ausgelöst wird. Sie ist stark und anhaltend und lässt Sie sich hilflos und kontrolliert fühlen. Der entscheidende Unterschied liegt darin: Normale Angst schützt Sie, während Trauma-Angst Sie an die Vergangenheit fesselt. Hier wird die Angst selbst zum Problem, und Betroffene fühlen sich hilflos und von ihren eigenen Emotionen kontrolliert.

Der Ursprung der Blockade: Ein fehlreguliertes Nervensystem

Häufig liegt die Ursache für pathologische Angst (wie Panikstörungen, Generalisierte Angst oder Phobien) in unverarbeiteten, belastenden Erfahrungen oder Traumata. Das Nervensystem hat gelernt, Alarm zu schlagen, wenn es sich an die alte Gefahr erinnert fühlt. Auch oft durch kleinste, unbewusste Auslöser (Trigger).

  • Angst als Trauma-Reaktion: Die Reaktion ist nicht irrational, sondern eine logische, wenn auch fehlplatzierte, Reaktion auf im Körper gespeicherte Schreck- oder Hilflosigkeitserinnerungen. Das System steckt fest.

  • Der "Was-wäre-wenn"-Kreislauf: Das ständige, übermäßige Sorgen (wie bei der generalisierten Angst) ist der Versuch des Gehirns, die Kontrolle über eine gefühlte, aber unklare Bedrohung zurückzugewinnen.

Vom Trauma zur Ruhe: Der therapeutische Fahrplan

Wenn Angst irrational wird, sind kognitive Strategien oft nicht ausreichend, da die Angst nicht im Kopf, sondern im Nervensystem verankert ist. Hier setzt die Traumatherapie an:

  1. Sicherheit und Regulation: Der erste Schritt ist die Wiederherstellung der Selbstregulation. Methoden wie Somatic Experiencing (SE) helfen, die chronische Übererregung des Nervensystems sanft zu reduzieren und das System wieder in die Ruhe zu führen.

  2. Verarbeitung der Erinnerung: EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) oder andere traumafokussierte Verfahren ermöglichen es, die zugrundeliegenden, beängstigenden Erinnerungen zu verarbeiten. Dadurch verlieren die alten Ereignisse ihre emotionale Macht und können keine Angst mehr triggern.

  3. Wiederherstellung der Kohärenz: Ziel ist es, die Angst als realistisches Warnsystem wiederherzustellen. Der Klient lernt, seinem Körper wieder zu vertrauen und die Angst als nützliches Signal zu nutzen, statt von ihr überwältigt zu werden.

Wenn Sie spüren, dass die Zeit reif ist, diese Muster liebevoll loszulassen, ist die Begleitung durch spezialisierte Traumaexpert:innen der entscheidende, sichere Schritt. Er ermöglicht Ihnen, sich in Ihrem eigenen Leben wieder frei, selbstbestimmt und sicher zu fühlen und die Kontrolle über Ihr Leben Stück für Stück und voller Vertrauen zurückzugewinnen. Auf diesem Weg bin ich gerne für Sie da.

Zurück
Zurück

Resilient bleiben in Zeiten der Krisen

Weiter
Weiter

5. Achtsamkeit als Schlüssel zu inneren Ressourcen und Klarheit