Advent und eigene Bedürfnisse
Der Advent ist eine Zeit des Lichts und der Erwartung. Für Menschen mit hoher innerer Sensibilität kann diese Erwartung jedoch schnell in Anspannung umschlagen. Der Kalender wird voller, die Geräuschkulisse lauter, und die kollektive Sehnsucht nach "Heimeligkeit" kann das eigene Gefühl von Entfremdung verstärken.
In dieser Vorweihnachtszeit ist es essenziell, nicht nur auf Trigger zu achten, sondern proaktiv Ihre Bedürfnisse zu erfüllen.
Die drei Hauptbedürfnisse im Advent
Die Folge von früheren, tiefgreifenden Erlebnissen ist oft, dass die eigenen Bedürfnisse ignoriert oder als unwichtig abgetan werden. Im Advent brauchen Sie besonders:
Bedürfnis nach Sicherheit und Kontrolle: Die Hektik kann das Gefühl verstärken, "im Kontrollverlust" zu sein.
Umsetzung: Planen Sie den Advent nicht voll. Lassen Sie bewusst Lücken im Kalender. Sie haben das Recht, Termine kurzfristig abzusagen, wenn sich Ihr System überlastet anfühlt.
Bedürfnis nach Ruhe und Stille: Licht und Lärm sind oft Trigger für Übererregung.
Umsetzung: Schaffen Sie Oasen der Stille. Nutzen Sie die dunkle Jahreszeit, um bewusst das Licht zu dimmen und sich mit Decken, warmen Getränken und ruhiger Musik zurückzuziehen.
Bedürfnis nach Verbundenheit (mit sich selbst): Der Fokus liegt oft auf der Familie oder auf sozialen Verpflichtungen.
Umsetzung: Nehmen Sie sich Zeit für achtsames Spüren. Was brauche ich jetzt? Ist es Schlaf? Ist es Bewegung? Ist es die Wärme eines Kissens im Nacken?
Ein sanfter Umgang mit Traditionen
Adventsrituale können Anker sein, aber auch schmerzhafte Erinnerungen wecken.
Rituale überprüfen: Müssen Sie jedes Jahr dieses Lied singen, diese Dekoration aufhängen oder diesen Adventskalender basteln? Erlauben Sie sich, neue, sanfte Traditionen zu erfinden, die sich jetzt gut und sicher anfühlen.
Keine Schuldgefühle: Wenn Sie eine liebgewonnene Tradition dieses Jahr nicht ertragen, ist das in Ordnung. Ihre Heilung geht vor Tradition.

