4. Ressourcen aktivieren: Mehr Energie im Alltag
Wir alle verfügen über innere Kraftquellen. Fähigkeiten, Haltungen und Erfahrungen, die uns stabilisieren und nähren. Doch gerade in stressigen oder emotional fordernden Zeiten fühlen sich viele Menschen abgeschnitten von dieser Kraft. Der Alltag wirkt anstrengend, Routinen funktionieren nur noch mechanisch, und das Gefühl von Lebendigkeit fehlt. In solchen Momenten wird es besonders wichtig, bewusst Zugang zu den eigenen Ressourcen zu finden und sie aktiv zu nutzen.
Was bedeutet „Ressourcen aktivieren“?
Ressourcen zu aktivieren heißt: sich mit dem zu verbinden, was stärkt, stabilisiert und innerlich gut tut. Diese Ressourcen können körperlich, emotional, sozial oder spirituell sein. Sie wirken wie ein innerer „Akku“, der sich auflädt, wenn wir mit uns selbst in Verbindung kommen.
Manche Ressourcen sind uns bewusst und andere entdecken wir erst, wenn wir ihnen gezielt Aufmerksamkeit schenken. Aktivieren bedeutet, sie im Alltag greifbar zu machen. Das kann durch Handlungen, Gedanken, Rituale oder bewusste Ausrichtung passieren.
Warum lohnt sich das?
Wenn Sie Ihre Ressourcen regelmäßig aktivieren, können Sie:
Ihre Stresstoleranz erhöhen
Ihre Leistungsfähigkeit nachhaltig erhalten
Besser mit Unsicherheiten oder Herausforderungen umgehen
Ihre emotionale Balance stabilisieren
Verbindung zu sich selbst wieder spüren
Ihre Selbstheilungskräfte anregen
Kurz: Ressourcen stärken, was uns im Innersten trägt und helfen, nicht nur zu funktionieren, sondern zu leben.
Sieben einfache Wege, um Ihre Ressourcen zu aktivieren
Körper spüren, denn Bewegung bringt Energie
Ob Spaziergang, Dehnen oder bewusstes Atmen: Jede Form von körperlicher Aktivität hilft, in Kontakt mit sich zu kommen. Der Körper ist ein direkter Zugang zur inneren Stabilität.Mini-Pausen mit Achtsamkeit
Halten Sie für einen Moment inne: Was sehen Sie gerade? Was hören Sie? Wie fühlt sich Ihr Körper an? Achtsamkeit unterbricht automatische Stressmuster und schenkt Präsenz.Erinnerungen als Kraftquelle nutzen
Rufen Sie sich Momente ins Gedächtnis, in denen Sie sich kraftvoll, sicher oder verbunden gefühlt haben. Verweilen Sie kurz in diesem Gefühl. Ihr Nervensystem reagiert positiv auf innere Bilder.Musik, die stärkt
Erstellen Sie eine Playlist mit Liedern, die Ihnen guttun, beruhigend oder aktivierend, je nach Bedarf. Musik wirkt direkt auf unser emotionales Erleben.Wertschätzender innerer Dialog
Wie sprechen Sie mit sich selbst? Ersetzen Sie kritische Gedanken bewusst durch unterstützende Sätze wie: „Ich gebe mein Bestes.“ oder „Ich darf Pausen machen.“Menschen, die nähren
Wer tut Ihnen gut? Ein kurzes Gespräch, eine Nachricht, eine gemeinsame Tasse Tee, soziale Verbindung ist eine der stärksten Ressourcen überhaupt.Kleine Rituale mit großer Wirkung
Ein kurzer Morgenimpuls, ein Abendritual, ein Dankbarkeitstagebuch, wiederkehrende Handlungen geben Halt und Orientierung im Alltag.
Ressourcen sind individuell
Was für den einen erholsam ist, kann für den anderen nicht hilfreich sein. Es lohnt sich, ehrlich in sich hineinzuhören: Was tut mir wirklich gut? Und was ist vielleicht eher ein Automatismus, der mich nicht stärkt?
In der Traumatherapie zum Beispiel geht es oft darum, erst einmal wieder wahrzunehmen, was sich sicher und gut anfühlt ohne Druck, ohne Bewertung. Das kann der Beginn einer neuen, stärkenden Beziehung zu sich selbst sein.
Fazit
Ressourcen aktivieren heißt, sich selbst ernst zu nehmen und Verantwortung für das eigene Wohlbefinden zu übernehmen. Es ist kein „Bonus“, sondern eine lebensnotwendige Praxis, besonders in herausfordernden Zeiten. Schon kleine, bewusste Schritte im Alltag können Großes bewirken. Ihre Kraftquellen sind da und sie warten darauf, wieder entdeckt und genutzt zu werden.
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